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Interim Management · Entscheidungshilfe

Berater, Headhunter, Interim Manager: Die meisten kaufen den Falschen

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Die meisten Unternehmen kaufen genau die falsche Lösung für ihr Problem. Und merken es sechs Monate und einen sechsstelligen Betrag später.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Berater, Headhunter und Interim Manager beantworten drei unterschiedliche Fragen – nicht drei Varianten derselben Frage.
  • Ein Headhunter-Prozess dauert typischerweise fünf bis neun Monate und kostet etwa 25 bis 30 Prozent des Jahresgehalts, plus ein Restrisiko, das erst nach der Probezeit sichtbar wird.
  • Der teuerste Fehler ist, einen Berater zu kaufen, wo eigentlich jemand fehlt, der die Entscheidung trifft und durchsetzt.
  • Der zweitteuerste Fehler: auf die perfekte Festanstellung warten, während der leere Stuhl laufend Kosten verursacht.
  • Interim Management ist kein Notnagel, sondern die richtige Lösung für eine bestimmte Klasse von Problemen.

Drei Fragen, drei Antworten

Hier ist die Entscheidungslogik, die ich Mandanten gebe, bevor sie eine Ausgabe von fünf- oder sechsstelliger Höhe tätigen:

Sie wissen nicht, WAS zu tun ist?
Ein Berater. Er analysiert, modelliert, empfiehlt. Er trägt keine Verantwortung für das Ergebnis – zu Recht, denn seine Aufgabe ist die Analyse, nicht die Umsetzung.

Sie wissen, was zu tun ist, und brauchen jemanden dauerhaft?
Ein Headhunter. Fünf bis neun Monate bis zum Start. Kosten: 25 bis 30 Prozent des Jahresgehalts. Plus ein Restrisiko, das sich erst nach der Probezeit zeigt.

Sie wissen, was zu tun ist, und es muss JETZT passieren?
Ein Interim Manager. Einsatzbereit innerhalb weniger Tage. Verantwortlich für Ergebnisse ab Tag eins. Und wieder weg, wenn das Mandat erfüllt ist.

Der teuerste Fehler: 1 und 3 verwechseln

Ich habe Unternehmen erlebt, die 400.000 € in ein Strategieprojekt gesteckt haben, obwohl im Haus längst jeder wusste, was zu tun war. Die Erkenntnis fehlte nicht. Was fehlte, war jemand, der die Entscheidung trifft und sie gegen internen Widerstand durchsetzt.

Dafür kauft man keinen Berater. Dafür kauft man Verantwortung.

Der zweitteuerste Fehler: auf die perfekte Festanstellung warten

Neun Monate auf den perfekten permanenten Kandidaten warten, während der Stuhl leer bleibt – das ist der zweitteuerste Fehler. Die Vakanz kostet mehr als jeder Tagessatz. Jede Woche ohne Entscheidung an dieser Stelle ist eine Woche, in der Projekte stillstehen, Entscheidungen liegen bleiben und Chancen verstreichen, während der Recruiting-Prozess seinen Lauf nimmt.

Interim ist kein Notnagel

Interim Management wird oft als Verlegenheitslösung missverstanden – als das, was man nimmt, wenn nichts anderes verfügbar ist. Das greift zu kurz. Interim ist die richtige Lösung für eine bestimmte Klasse von Problemen: dann, wenn Klarheit über das Was bereits besteht und ausschließlich die Geschwindigkeit und die Verantwortungsübernahme fehlen. Wer diese Klasse von Problemen mit einem Berater oder einem monatelangen Recruiting-Prozess lösen will, löst sie falsch – unabhängig davon, wie gut Berater oder Headhunter im Einzelfall sind.

Fazit

Berater, Headhunter und Interim Manager sind keine austauschbaren Varianten derselben Dienstleistung. Sie beantworten drei unterschiedliche Fragen. Wer sich vor der Beauftragung fragt, ob unklar ist, was zu tun ist, oder unklar, wer es tun soll, und wie teuer eine weitere Woche Stillstand ist, trifft die richtige Wahl fast immer selbst. Die teuersten Fehler entstehen nicht durch schlechte Anbieter, sondern durch die falsche Kategorie.

Wo haben Sie den Falschen gekauft?

Häufig gestellte Fragen

Wann brauche ich einen Berater statt einen Headhunter oder Interim Manager?

Wenn unklar ist, was zu tun ist. Ein Berater analysiert, modelliert, empfiehlt. Er trägt keine Verantwortung für das Ergebnis der Umsetzung – zu Recht, denn seine Aufgabe ist die Analyse, nicht die Exekution.

Wann ist ein Headhunter die richtige Wahl?

Wenn klar ist, was zu tun ist, und die Rolle dauerhaft besetzt werden soll. Ein Headhunter-Prozess dauert typischerweise fünf bis neun Monate bis zum Start und kostet etwa 25 bis 30 Prozent des Jahresgehalts – plus ein Restrisiko, das sich oft erst nach der Probezeit zeigt.

Wann ist ein Interim Manager die richtige Wahl?

Wenn klar ist, was zu tun ist, und es sofort passieren muss. Ein Interim Manager ist innerhalb weniger Tage einsatzbereit, übernimmt vom ersten Tag an Verantwortung für die Ergebnisse und ist wieder weg, sobald das Mandat erfüllt ist.

Was ist der teuerste Fehler bei der Wahl zwischen Berater und Interim Manager?

Die Verwechslung von Analyse und Exekution: ein Beratungsprojekt zu kaufen, obwohl im Unternehmen längst klar ist, was zu tun ist – und eigentlich jemand fehlt, der die Entscheidung trifft und gegen internen Widerstand durchsetzt.

Warum ist eine unbesetzte Stelle teurer als ein Interim-Tagessatz?

Weil ein leerer Stuhl während der Suche nach der perfekten Festanstellung laufend Kosten verursacht: entgangene Entscheidungen, blockierte Projekte, verlorene Zeit. Diese Kosten laufen weiter, unabhängig davon, ob ein Interim Manager die Lücke überbrückt oder nicht.

DH

Autor

Dietmar Heer

Gründer Interim Alliance · seit 2006 aktiv im Interim Management · heer-consulting.ch

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